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AUGUNDOHR
Die menschliche Psyche gleicht einem Ozean - weitläufig und tief.
Märchen, Mythen, Geschichten, Gedichte, Lieder und Bilder sind die Botschafter, die das, was in ihren Tiefen so vor sich geht, an die Oberfläche befördern.
Sie wollen gehört und angeschaut werden, denn dadurch lernen wir uns selbst kennen und verstehen. Und die Auseinandersetzung mit der Erlebniswelt eines anderen, z. B. eines Malers, Dichters oder eines Komponisten, kann unserer eigenen eine Bereicherung sein.
“Exister, pour nous, c’est sentir”, sagt Jean-Jacques Rousseau im 18. Jahrhundert und wendet sich damit gegen das analytische, die ratio betonende Denksystem Descartes, das in der vorangegangenen Epoche ein äußerst mechanistisches Menschenbild zeichnete.
“Existieren heißt empfinden.” Denn zunächst, in seinem frühen Stadium, seinen ersten Lebensjahren, ist der Mensch ein primär sinnlich ausgerichtetes Wesen, empfänglich gegenüber den Reizen, die tagtäglich auf ihn einströmen, Reize optischer, akustischer und sonstiger sensorischer Art. Wie Flüsse, die den Ozean speisen, füttert seine Wahrnehmung sein Gehirn. Die meisten Reize werden unbeachtet sofort aussortiert, erreichen gar nicht erst das Bewusstsein. Einige bleiben an der Oberfläche haften, für den Verstand greifbar. Unzählige aber werden in den tieferen Schichten des Unbewussten archiviert; aus diesem Reservoir schöpfen Träume, Erfahrung und Erinnerungsvermögen.
Auch der erwachsene Mensch ist noch immer über primär sinnliche Erfahrungen zu erreichen, doch hat er im Laufe seiner Entwicklung und fortschreitender Sozialisation Mechanismen erworben, die den unbeschwerten Umgang mit Affekten behindern und ihm den unmittelbaren Zugriff auf die inneren Ressourcen blockieren.
Um ein neues Gefühl der Ganzheit wiederzuerlangen, kann es ratsam sein, den erworbenen Erfahrungsschatz des Erwachsenen mit dem ungebändigten Urquell der Kreativität zu verbinden und so zu neuen Ufern aufzubrechen. Denn kreative Menschen finden auch leichter passende Antworten auf die Fragen, die das Leben ihnen stellt.
Dabei gibt es verschiedene Wege, wie man dieses Ziel erreichen kann. Für mich als gestaltende Künstlerin ist dieser Weg natürlich der über das Gestalten: den Inhalten eine Form, eine Hülle zu geben, die man anschauen kann.
Nach meiner Auffassung gibt es keine „unkreativen Menschen“. Die Frage ist einzig und allein, ob es uns gelingt, den kreativen Quell, den Jungbrunnen in uns, aufzuspüren und anzuzapfen. Dies kann beispielsweise die KUNSTTHERAPIE leisten.
AUGUNDOHR - als Umschlaghafen von Eindruck zu Ausdruck - will dabei behilflich sein, mit dem Inneren Kind wieder in Kontakt zu kommen, seiner Fantasie Flügel zu verleihen und bei einem Ausflug in die imaginäre Welt neue Kraft zu schöpfen, um den Alltag zu meistern.
Wer nichts er-lebt, lebt nicht.
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